Die perfekte Reise-Kamera – Teil 4: Nach der Reise

sony-nex5n

Jetzt hab ich schon so lang und breit über die Auswahl meiner perfekten Reisekamera geschrieben (1, 2, 3), jetzt sollte ich wohl auch etwas genauer berichten wie sich meine Sony NEX-5N geschlagen hat! Das mache ich hiermit in diesem Posting! Die erste Station unserer Reise war ja Bangkok. Da sich dort sehr viel in der Nacht abspielt, konnte ich gleich mal die "Nachttauglichkeit" der Kamera prüfen. Stativ hatte ich natürlich keines dabei also wechselte ich auf den "Handgehalten bei Dämmerung"-Modus. Echt spitze dieser Modus! Kurz gesagt werden mehrere Aufnahmen gemacht und möglichst wackelfreie und rauscharme Fotos zu bekommen. Und das funktionierte bei mir auch sehr gut muss ich sagen. Die ersten Beispielbilder habe ich bereits hier gepostet.

Die üblichen Touristenfotos meistert die NEX natürlich auch spitzenmäßig. Meine Befürchtungen, dass das Standard-Objektiv (18-55mm) nicht zu gebrauchen sei, waren komplett unbegründet. Und auch an die Größe des Objektivs gewöhnt man sich sehr schnell. Den einzigen Minuspunkt den ich wirklich ausmachen konnte war die Fokussierungsgeschwindigkeit. Auf schnelle Situationswechsel oder bei Fotos die ganz schnell passieren mussten war die Kamera bzw. das Objektiv nicht gut zu sprechen. Bei diesen Versuchen hab ich einige unscharfe Fotos produziert. Positiv war für mich hingegen die Hilfe beim manuellen Fokussieren. Sobald man das einschaltet und man am Fokusring dreht, bekommt man eine vergrößerte Darstellung des anvisierten Bereichs. Scharfstellen wird somit zum Kinderspiel.

Absolut top sind die Sweep-Panoramen die mit der Kamera aufgenommen werden können. Ich habe jetzt darüber schon öfter geschrieben und will das Thema hier nicht wieder komplett ausreizen. Es ist ganz einfach eine tolle Funktion die ich nicht mehr missen möchte! Außer der Panorama-Funktion habe ich eigentlich nur mehr den HDR-Effekt regelmäßig benutzt. Dabei wird aus 3 Aufnahmen in der Kamera ein HDR-Bild erzeugt. Einzige Einstellungsmöglichkeit ist "Niedrig, Mittel bzw. Hoch" was die Stärke des Effekts betrifft (je höher desto surrealer wird das Bild). Ich habe fast ausschließlich mit "Niedrig" gearbeitet, was für meinen Geschmack noch immer leicht hoch genug war. Meinen normalen Arbeitsweg für die Erstellung von HDR-Fotos, also zuerst die Einzelaufnahmen mit unterschiedlicher Belichtung, HDR-Erstellung und anschließendes Tonemappig habe ich gleich nach Beginn der Reise aufgegeben. Da die Kamera nur 0,7 EV-Schritte zulässt (warum eigentlich???) war dieser Workflow leider zum Scheitern verurteilt. Die Belichtungsunterschiede waren mir einfach zu gering, da kann ich gleich auf ein einzelnes Raw-File auch zurückgreifen...

Etwas nervig war es, zwischen den einzelnen Einstellungen herumzuwechseln. Hauptsächlich fotografierte ich im Zeitautomatik-Modus (A, AV) im Raw-Format. Wollte ich aber z.B. mit besagtem HDR-Effekt eine Aufnahme machen, musste ich zuerst das Ausgabeformat auf JPG ändern und dann den HDR-Effekt aktivieren. Das dauert schon mal ein paar Sekunden und könnte meiner Meinung nach relativ einfach verbessert werden.

Der Akku der Kamera hält ebenfalls was er verspricht. 200 bis 300 Fotos waren kein Problem, oft sogar ein paar mehr. Was ich leider versäumt habe war eine Schutzfolie für das Display vorab zu kaufen. So habe ich die ersten Kratzer bereits drinnen und werd sie wohl auch nicht mehr loswerden.

Zum Schluss noch das wahrscheinlich Wichtigste: die Bildqualität. Hier gibt's wirklich das größte Plus für die NEX! Die Bildqualität ist nämlich tatsächlich außerordenlich gut! Ich habe nach unserer Rückkehr standardmäßig die Bilder in Lightroom importiert und habe mich ans Aussortieren gemacht. Dabei ist mir mit der Zeit aufgefallen, dass die Bilder auf der Kamera viel viel schöner gewirkt haben. Das kann nur einen Grund haben dachte ich mir - es muss der Unterschied zwischen Raw- und JPG-Variante sein. Und so war es auch. Da ich in Lightroom standardmäßig nur die Raw-Dateien importiert habe, habe ich auch nur diese gesehen und bearbeitet. Die JPG-Varianten wurden hingegen garnicht berücksichtigt. Das war schade! Denn wie sich herausstellte war die von der Kamera produzierte JPG-Version in vielen Fällen bereits sehr sehr gut. Also hab ich die Import-Einstellung in Lightroom geändert und die JPGs mit-importiert. So hab ich mir einiges an Entwicklungsarbeit und Zeit erspart. Also Fazit: Die JPG-Qualität der NEX-5N ist wirklich sehr sehr gut. So gut, dass man sich das Bearbeiten der Raw-Dateien in vielen Fälles ersparen kann!

Mein generelles Testurteil zur Kamera fällt also durchwegs gut bis sehr gut aus. Auf einer 10-teiligen Bewertungsskala würde das von mir 9 Punkte geben. Der 1 Punkt Abzug wäre allerdings mit einem guten Firmware-Update durchwegs auszubessern denke ich.