HDR-Software Review - Teil 3: HDR Efex Pro

Weiter gehts mit Teil 3 meines "großen HDR-Software Reviews"! Heute steht das zweite Programm auf dem Prüfstand, nämlich HDR Efex Pro. Wie in Teil 2 des Reviews schon erwähnt, erstellte ich bis jetzt meine HDRs zu einem sehr großen Teil mit Photomatix - den restlichen Teil habe ich mit HDR Efex Pro gemacht. D.h. ich habe mich mit diesem Programm schon vorab einige Male beschäftigt und musste nicht von Null weg beginnen. Für diese Bewertung soll das aber keinen weiteren Einfluss haben.

1.) Allgemeines

Hersteller: Nik Software, Inc.HDR Efex Pro Programmversion: 1.1 (voll funktionsfähige Trialversion) Betriebssystem(e): Windows, Mac Link: http://www.niksoftware.com/hdrefexpro/de/entry.php

Am Beginn möchte ich gleich wieder ein paar Screenshots von der Anwendung präsentieren - einfach um jenen die's noch nicht kennen, das Programm etwas näher zu bringen:

2.) Performance

HDR Efex Pro kommt wahlweise als Plugin für Photoshop oder Lightroom. Eine Standalone Version gibt es nicht. Ich habe meine Performancetests daher in Lighroom gestartet und die Zeitmessung nach dem Hinweisbildschirm der Trialversion aktiviert. Dabei bin ich auf folgende Werte gekommen:

Aktion Testbild1 Testbild2 Testbild3 Durchschnitt
Laden bis zum Tonemapping (mit Ausrichten) 46 sek 13,8 sek 11,7 sek 23,8 sek
Speichern des Ergebnisses 78,5 sek 10,2 sek 8,4 sek 32,4 sek
Summe 124,5 sek 24 sek 20,1 sek 56,2 sek

Ein weiteres Kriterium war die Aktualisierung der Vorschau. Hier hat sich herausgestellt, dass es je nach ausgeführter Aktion nur geringe Unterschiede gibt. Generell war die Vorschau innerhalb von max. 3 Sekunden aktualisiert, was ein flüssiges Arbeiten möglich macht.

3.) Zusatzfunktionen

Ghosting Reduzierung

HDR Efex Pro bietet eine automatische Ghosting Reduzierung an. Man kann dabei die Ghosting Methode (adaptiv oder global) und die Anti-Ghosting Stärke (niedrig, mittel oder hoch) einstellen. Standarmäßig ist das Anti-Ghosting nicht aktiviert, man kann das aber über die Einstellungen nachträglich ändern.

Bei meinem Ghosting-Testbild (Testbild 2) hatte HDR Efex Pro zunächst große Probleme die betroffenen Stellen zu erkennen bzw. auszubessern. Erst als ich die Stärke des Anti-Ghostings auf "hoch" gestellt hatte, war das Ergebnis annähernd akzeptabel. Einzelne Pixel haben aber auch hier noch gestört - die kann man aber im Nachhinein recht einfach im Photoshop loswerden.

Ausrichtung der Bilder

Da ich einen Großteil meiner HDRs ohne Stativ mache, ist die Ausrichtung der Bilder für mich von durchaus großer Bedeutung. Das Problem bei diesem Kriterium war allerdings die Messbarkeit des Erfolgs. Generell werde ich daher in erster Line bewerten ob eine Funktion zur Ausrichtung vorhanden ist bzw. ob diese automatisch funktioniert oder auch manuell eingegriffen werden kann.

Wie bereits im vorangegangenen Screenshot zu sehen, bietet HDR Efex Pro auch eine Möglichkeit zur automatischen Ausrichtung der Quellbilder. Manuell eingreifen kann man dabei allerdings nicht. Musste ich bei den Testbilder auch nicht, das Ergebnis war auch so tadellos.

Vorlagen/Presets

Anzahl der Presets

Hier kommen wir zu einer der größten Stärken von HDR Efex Pro, die Presets. Man konnte es vielleicht aus den Screenshots schon erkennen, es gibt wirklich viele davon! Insgesamt 33 Stück werden von Haus aus angeboten. Per einfachem Klick werden diese auch übernommen und die Vorschau aktualisiert.

Qualität der Presets

Bei so einer Anzahl an Presets ist fast für  jeden etwas dabei! Um den Überblick nicht zu verlieren, wurden  die Presets auch in Kategorien eingeteilt. Man kann sich also wahlweise nur jene Presets anzeigen lassen, die z.B. für "Landschaft", "Architektur" usw. gedacht sind. Die Presets konnten mich somit voll überzeugen und haben ein zusätzliches "herumdrehen" an den Tonemapping Einstellungen teilweise sogar überflüssig gemacht.

4.) Benutzeroberfläche

Aufruf aus Host-Programm

Ein wichtiges Kriterium ist für mich, ob es eine direkte Schnittstelle zwischen meinen bevorzugten Bildbearbeitungsprogrammen (Host-Programmen) und dem HDR-Programm gibt. In erster Linie spreche ich hier natürlich von Lightroom. Ist man erst einmal auf den Genuss einer automatischen Exportfunktionalität gekommen, möchte man ihn auch nicht mehr missen - ich spare damit einfach Zeit und Ärger.

Wie schon erwähnt, ist HDR Efex Pro nur im Zusammenspiel mit einem Host-Programm ausführbar. Für mich ist das kein Problem bzw. kommt das meinem Workflow sehr entgegen. Anderen wird's da vielleicht etwas anders gehen...

Der Export aus Lightroom funktioniert auf jeden Fall einwandfrei. Es fehlt zwar ein zusätzlicher Dialog in dem man Einstellungen vorab treffen könnte (wie es etwa Photomatix bietet), doch wirklich störend ist das auch nicht.

Übersichtlichkeit/Intuitivität

HDR Efex Pro setzt auf eine dreigeteilete Benutzeroberfläche: links die Presets, in der Mitte das Vorschaufenster und rechts die Tonemapping- und Sonstige Einstellungen. Die Oberfläche wirkt dabei sehr aufgeräumt und übersichtlich. Der gr0ße Vorteil sind auch hier die Presets die den Einstieg ins Programm sicher sehr erleichtern.

Einstellmöglichkeiten

Hat man ein Preset ausgewählt (oder auch nicht), kann man natürlich noch Feintuning betreiben. Dazu stehen in der rechten Leiste einige Funktionen zur Verfügung die wiederum in 3 Bereiche eingeteilt werden können:

  • Globale Anpassungen Unter den globalen Anpassungen finden sich allgemeine Parameter wie Belichtung, Kontrast, Sättigung usw. wieder. Außerdem kann hier die HDR-Methode und die Stärke dieser Methode eingestellt werden.
  • Selektive Anpassungen Hierbei handelt es sich um eine Besonderheit von HDR Efex Pro (die auch als soche beworben wird). Man hat die Möglichkeit, einzelne Bereiche des Bildes gezielt anzupassen. Man setzt dazu einfach einen sogenannten Kontrollpunkt in die Bereich, den man anpassen möchte und hat dann verschiedene Parameter die man ändern kann.

  • Finishing In diesem Bereich verlassen wir eigentlich den Kernbereich eines HDR-Programms. HDR Efex Pro bietet hier noch zwei weitere Möglichkeiten, das Endergebnis des Bildes entscheidend zu beeinflussen. Man kann hier nämlich noch die Vignettierung und eine spezielle Tonwertkurve auswählen. Aus meiner Sicht müssten diese Möglichkeiten gar nicht mehr vorhanden sein, da ich sochle Anpassungen gerne nach dem HDR-Prozess in Lighroom oder Photoshop gesondert mache. Aber da sie schon mal da sind, können wir sie natürlich auch verwenden!

5.) Hilfe, Tutorials, etc.

Nik Software lässt sich auch hier nicht lange bitten und stellt eine recht umfangreiche Online-Hilfe zur Verfügung (http://www.niksoftware.com/hdrefexpro/de/help/). Dabei wird von einer kurzen "Erste Schritte"-Einführung bis hin zu Videos alles angeboten.

6.) Preis

Ja, der Preis ist so eine Sache. 159,95 EUR sind keine Kleinigkeit und somit werden es sich sicher einige nochmal überlegen ob HDR Efex Pro wirklich das richtige Programm für sie ist.

7.) Zusammenfassung

Hier werde ich alle bis jetzt gehörten Punkte nochmals zusammenfassen und schließlich mit Punkten bewerten. Warum wieviele Punkte gegeben wurden, sollte aus dem bereits Gelesenem hervorgehen. Falls ich bei der Bewertung bzw. generell etwas übersehen oder nicht berücksichtigt habe, bin ich für jede konstruktive Kritik dankbar!

Pluspunkte + Integration in Lightroom + Presets - Anzahl und Qualität + Selektive Anpassungen im Bild

Minuspunkte - Performance könnte besser sein - Ghosting Reduzierung zwar vorhanden, jedoch mit kleinen Schwächen - Preis: EUR 159,90 sind für ein reines HDR-Programm viel, vielleicht sogar zu viel

Testbilder

Zum Abschluss zeige ich, wie gehabt, die Ergebnisse der drei verwendeten Testbilder. Es handelt sich bei allen drei Bildern um das direkte Ergebnis auf HDR Efex Pro - also ohne jede weitere Bearbeitung.

Bewertung

(pro Punkt max. 10 Punkte, insgesamt max. 90 Punkte)

Performance 5 Punkte
Zusatzfunktionen
Ghosting 6 Punkte
Ausrichtung 8 Punkte
Presets 10 Punkte
Benutzeroberfläche
Aufruf aus Host-Programm 8 Punkte
Übersichtlichkeit/Intuivität 8 Punkte
Einstellmöglichkeiten 9 Punkte
Hilfen, Tutorials etc. 8 Punkte
Preis 2 Punkte
Ergebnis 64 Punkte

HDR Efex Pro erreicht somit 64 von 90 Punkten in meiner Bewertung und liegt somit hinter Phtotomatix Pro 4 das mit 71 Punkten die Spitzenposition weiter für sich beansprucht.

Die nächste Bewertung gibt's von HyDRa!