Mein bester Foto-Tipp...

mystic-river

Angespornt von der Idee auf www.fotografr.de gebe ich heute meinen besten Foto-Tipp an euch weiter - also, vollste Konzentration und dann gehts auch schon los! Mein Tipp:

Egal was und wie du fotografierst, pass auf dass du niiiiiiiemals mit deiner gesamten Ausrüstung in einen Fluss fällst!

Tja, hört sich für euch vielleicht etwas ungewöhnlich oder sogar lustig an, ist aber mein voller Ernst! Passt auf, dass ihr niemals mit eurer gesamten Ausrüstung in einen Fluss stürzt! Schon gar nicht, wenn ihr Kamera und Stativ noch dazu in beiden Händen haltet und der Fluss so kalt ist, dass er gerade keine Eisschicht trägt. Haltet ihr nämlich Kamera und Stativ in beiden Händen, habt ihr keine Hand frei um euch gegebenenfalls noch irgendwo festzuhalten oder - falls das nicht mehr möglich ist - zumindest den Sturz etwas abzufangen.

Ihr fragt euch vielleicht wie ich auf diesen Tipp komme bzw. was mit dazu berechtigt euch diesen Tipp zu geben. Also ganz einfach (und so mancher hat es wohl bereits vermutet) - mir ist vor ca. 1 Woche genau DAS passiert. Also, die ganze Geschichte von vorne:

Es war ein wirklich schöner Samstag Nachmittag als mich die Motivation ein paar Fotos zu schießen seit längerem wieder einmal gepackt hat. Ich packte also meinen Rucksack mit allem was so dazu gehört und machte mich auf den Weg. Ich marschierte auf meiner Lieblingsroute entlang eines kleinen Flusses vom Ortszentrum hinaus. Im Hinterkopf hatte ich die Idee mal wieder ein paar Langzeitbelichtungen vom Wasser zu machen, das hatte ich mit meiner neuen Kamera ja noch nicht wirlich ausprobiert. Nach ca. ein bis zwei Kilometern war dann auch die erste Stelle bei der ich es ausprobieren wollte. Also, Stativ heraus, Filter und Auslösekabel an die Kamera montiert und rauf auf's Stativ damit. Und dann ganz vorsichtig den kleinen Abhang hinunter bis zum eigentlichen Flussbeet. Ich hab mir dann auf bzw. neben ein paar Baumwurzeln einen Platz gesucht und ein paar Fotos gemacht, war ganz zufrieden damit:

mystic river

mystic river

Ein paar Schritte weiter sah ich dann gleich die nächste Stelle die sich meiner Meinung nach gut für eine weitere Aufnahme eignen würde. Nachdem das beim ersten Mal ja gut geklappt hat wollte ich's wieder gleich machen: Stativ und Kamera hatte ich ja noch in der Hand, ich musste also nur noch weiter runter zum Wasser. Schön aufpassen dass ich nicht abrutsche, wär ja noch schöner wenn ich ins kalte Wasser hüpfen müsste oder so. Aber plötzlich ging's ganz schnell und irgendwie aber doch wie in Zeitlupe: Ich blieb mit einem Fuß bei einem Stein hängen und konnte nicht weiter und auch nicht zurück. Langsam verlor ich das Gleichgewicht - ich wollte mich noch irgendwo festhalten, hatte aber keine freie Hand. Also stand ich da und fiel ganz laaaangsam um wie eine Bahnschranke - Kamera in der rechten,  Stativ in der linken Hand und den Rucksack mit dem ganzen Zubehör am Rücken. Nach dem Aufprall war es dann mit der Zeitlupe rasch vorbei, ich versuchte nur noch schnell aus dem Wasser zu kommen, riss mir meine komplett nasse Jacke herunter und trocknete als erstes die Kamera mit meinem Leibchen provisorisch ab. Ich hatte sie zwar beim Aufprall versucht hoch zu halten, doch das Wasser das ich mit meinem Körper verdrängt hatte, bekam die Kamera mit voller Wucht ab. Der nächste Gedanke galt dann meinem Handy. Ich konnte so durchnässt wie ich war nicht mehr zurücklaufen, ich musste also Hilfe organisieren. Womit wir zu meinem zweiten wichtigen Tipp für heute kommen:

Geh am besten nie alleine auf eine Fototour und falls doch, nimm dein wasserfestes und stoßsicheres (Outdoor-) Handy mit!

Also gleich vorweg, wasserfest ist mein Handy nicht. Aber: ich hatte anscheinend auch ein wenig Glück im Unglück denn mein Handy funktionierte trotz des unübersehbaren Wasserkontakts. Meine Freundin war dann schnell alarmiert und machte sich sofort auf den Weg (DANKE nochmal dafür!). Ich versuchte in der Zwischenzeit die Kamera im Rucksack zu verstauen und die paar Meter vom Flussbeet wieder hinauf zu kommen. War gar nicht so einfach - es war wie gesagt sehr rutschig und mir wurde sekündlich kälter. Endlich geschafft lief ich noch ein kleines Stück bis zur nächsten Straßeneinfahrt und wartet dort auf meine Freundin. Die kam zum Glück auch gleich angerauscht und brachte mich heim.

Noch bevor ich mich unter die heisse Dusche stellte musste ich mich um meine Kamera kümmern. Die OM-D ist zwar spritzwassergeschützt, doch was heißt das in Wirklichkeit? Ich wusste es nicht und wollte es eigentlich auch nie wirklich ausprobieren. Aber jetzt war es nun mal so, die Kamera war unter Wasser und auch ziemlich sandig. Ich erinnerte mich vor längerer Zeit mal in einem Artikel gelesen zu haben, dass man im Winter, wenns so richig kalt ist und die Kamera z.B. im Auto vergessen wurde, die Kamera im Haus auf keinen Fall sofort einschalten sollte. Da könnte sich Kondenswasser bilden und die Elektronik beschädigen. Naja, in meinem Falls war's weniger Kondenswasser aber es war immerhin Wasser. Also: Nicht einschalten sondern Akku raus aus der Kamera, Objektiv runter und alles mal in die Nähe des Heizkörpers zum Trocknen.

Nicht mal nach der Dusche traute ich mich die Kamera in Stand zu setzen. Ich begnügte mich für's erste damit alles vom Sand zu befreien und ließ die Einzelteile noch die ganze Nacht über trocknen. Am nächsten Tag probierte ich es dann doch - und die Spannung war groß könnt ihr mir glauben! Doch die OM-D ist ein gutes Teil - sie funktionierte einwandfrei! Ende Gut, alles Gut könnte man sagen - denn außer ein paar Abschürfungen und blauen Flecken ist von dem kleinen Unfall dann doch nichts hängengeblieben.

Ja, und damit euch nicht irgendwann das selbe passiert nehmt euch bitte meinen Tipp zu Herzen. Ich kann mittlerweile schon drüber lachen, aber ich weiß, das Ganze hätte auch anders ausgehen können...