Pseudo HDR - Wie ich damals begann

Als ich mir nun vor rund eineinhalb Jahren meine erste DSL zugelegt habe (meine gute alte Sony Alpha 300), kam ich recht schnell auf den Geschmack von HDR-Fotografie. Ich war fasziniert von den Bilder die ich da sah und wollte unbedingt auch solche Fotos schießen, koste es was es wolle! Nun ja, was ich allerdings nicht wußte war das "WIE". Nachdem ich mich dann kurzerhand im Internet schlau gemacht hatte, hatte ich zumindest eine Vorstellung wie es gehen müsste. Mit der Umsetzung hatte ich allerdings noch so meine Probleme. Es war nämlich für mich nahezu unmöglich eine gute (sprich brauchbare) Belichtungsreihe mit meiner damaligen Kamera zu machen. Das lag einerseits sicher daran, dass die Kamera nicht wirklich viel dazu beisteuerte mir dieses Vorhaben leichter zu machen, andererseits war es mir ehrlichgesagt schlichtweg viel zu umständlich und langwierig! Also, was tun in so einem Fall? Klar, man macht sich das Leben oder besser gesagt das Fotografieren so leicht wie möglich! In diesem Fall hieß das für mich, ich verzichtete auf Belichtungsreihen und begann stattdessen einzelne Raw-Bilder zu bearbeiten und daraus Pseudo HDRs zu zaubern!

In diesem Beitrag möchte ich nun näher darauf eingehen wie ich damals vorgegangen bin und wie ich heute zu Pseudo HDRs stehe.

Wie komme ich also zu so einem einfachen HDR-Bild. Man nehme erstens ein beliebiges Bild im Raw-Format (kleiner Tipp: am besten Fotos immer in diesem Format aufnehmen!) und öffnet es im HDR-Programm seines Vertrauens. In meinem Falls ist das Photomatix Pro. Ist das Bild fertig geladen, klickt man auf "Tone Mapping" und schon kann der Spaß beginnen:

Bild: Raw-Datei in Photomatix öffnen

Je nach vorhandenen Voreinstellungen wird dass Bild dann gleich mal etwas "aufgepeppt" angezeigt. Nun beginnt die große Spielerei mit den Schiebereglern. Etwas mehr Kontrast dazugeben, etwas Farbe wegnehmen - jedem das seine. Ich persönlich muss ja sagen, dass ich am Beginn gerne zu Übertreibungen geneigt habe. D.h. ich habe gerne etwas zu viel von allem genommen. Die Ergebnisse waren dadurch zwar meist einzigartig und aussergewöhnlich, heute wäre mir das aber zu viel des Guten. Aber wie gesagt, das bleibt einem jeden selbst überlassen, wie sehr man sich vom Originalbild und der tatsächlichen Wahrnehmung entfernen möchte.

Mit diesem Beispielbild würde ich zu folgendem Ergebnis kommen:

Bild: Photomatix Erbebnis

Ein Klick noch auf "Process" und schon hab ich mein Pseudo HDR in der Rohfassung fertig! Was noch fehlt ist natürlich das Fein-Tuning. Das beginne ich meißt im Photoshop (kann man übrigens in Photomatix beim Speichern gleich mitauswählen --> "Open saved Image with ..."). Hier werden je nachdem ein zwei Filter über das Bild gelassen (Noiseware, etc.), etwas retuschiert und eventuell noch weitere Sachen gemacht. Die letzten Schritte finden dann in Lightroom statt. Hier kann ich dem Bild noch ein paar Metadaten geben wie Titel, Beschreibung und Tags und es im Entwicklungsmodus nochmal nach meinen Vorstellungen anpassen. In letzter Zeit wandert bei mir die Entwicklung immer mehr in Richtung Lightroom, da es für die meisten Fälle ausreichend Funktionen bereitstellt. Ist man dann mit allem fertig und einigermaßen zufrieden, braucht man das Bild nur noch hochladen und auf das Lob anderer warten! ;)

Zum Vergleich, das Originalbild:

Bild: Originalbild - ohne Bearbeitung

Nach ca. 30 Minuten mein fertiges Pseudo HDR:

Bild: Mein fertiges Pseudo HDR

Ja, so war das am Anfang. Wobei 30 Minuten sicherlich nicht viel sind pro Bild. Am Beginn bin ich vor allem bei den Photomatix-Einstellungen sehr sehr lange gesessen. Mit der Zeit entwickelt man aber glaube ich ein Gespür dafür, wo man drehen muss um das zu erreichen, was man sich vorstellt.

Wie ich schon mehrmals angedeutet habe, waren Pseudo HDRs für mich nur am Beginn wirklich interessant. Denn mit einer neuen Kamera und einem neuen Stativ funktioniert's nun auch besser mit den Belichtungsreihen. Und das Ergebnis von "wirklichen" HDRs im Vergleich zu Pseudo HDRs ist schon ein anderes. Man kommt mit Pseudo HDRs nur sehr selten bis gar nie an deren Qualität heran. Natürlich gibt es Ausnahmen bzw. Fälle in denen ein HDR aus nur einer Aufnahme besser sind. Sobald z.B. Personen oder Tiere auf einem HDR zu sehen sein sollen, wird schwierig mit mehreren Aufnahmen zu arbeiten (duch die Bewegungen des Motivs). Andererseits gefällt manchen dieser "Nachzieh-Effekt" der bei mehreren Aufnahmen entstehen würde...

Nun ja, ich hoffe dieser erste echte Beitrag war gut zu lesen und hilft vielleicht dem einen oder anderen bei den ersten HDR-Versuchen.

Wie steht ihr zu Pseudo HDRs? Gut für Einsteiger oder doch nur was für Möchtegerns?

Zum Abschluss noch ein paar meiner ersten HDR's aus nur einer Raw-Datei:

the approaching storm

mountain view

sacre coeur

Bis demnächst!