review

Wie ich Fotobücher mache...

Ich hab ja schon so manche Anbieter von Fotobüchern ausprobiert. Natürlich mit unterschiedlichen Ergebnissen, meist war ich aber ganz zufrieden damit. Zu Beginn meiner Versuche war es ja noch ganz "normale" Fotobücher, also gedruckte, qualitativ nicht so berauschende Fotobücher. Mittlerweile lasse ich ja nur mehr "Echt-Fotobücher" entwickeln - die Qualität ist einfach um Längen besser. Von meinem neuen Favoriten untern den vielen Fotobuch-Anbietern möchte ich euch jetzt kurz berichten... 

Zum Anbieter - Saal Digital

Vor kurzem bin ich auf Saal Digital aufmerksam geworden. Ich glaub es war ein Test in einem meiner Fotomagazine in dem dieser Anbieter sehr gut abgeschnitten hatte. Also, Zeit es selbst auszuprobieren. Wie viele andere auch, so hat auch Saal Digital eine eigene Software für das Erstellen von Fotobüchern. Schnell heruntergeladen und schon gings los. Die Software an sich hat mich gleich beeindruckt: sehr intuitiv, viele Möglichkeiten und rasches Arbeiten - genau so wie ich es mag!

Die Saal Digital Software - so sieht's aus. Links die Bilderauswahl, in der Mitte der Editor und rechts weitere Einstellungen etc.

Einzig das Positionieren des Bildausschnitts von Fotos die nicht ganz dargestellt werden hat mich anfangs zur Verzweiflung gebracht. Hat man aber mal gecheckt dass man das Verschieben-Symbol vorab auswählen muss gehts wie gewohnt dahin.

Das Verschieben-Werkzeug - anfangs ungewohnt, dann aber selbstverständlich

Ich gestalte meine Fotobücher gerne von Grund auf selbst. Von dem her kann ich auf fertige Vorlagen oder automatisches Befüllen mit Fotos gerne verzichten. Angeboten wird das aber natürlich auch. Ganz nett sind die einzelnen Seitenlayouts zu verschiedenen Themen (Baby, Hochzeit, ... ).

Rechts die verschiedenen Seitenlayouts. Ganz hilfreich um schnelle Anordnungen von Fotos vorzunehmen

Das fertige Fotobuch wird dann wie gewohnt einfach online übertragen. Dauert ein wenig, aber bei der Bildmenge ja auch OK. Was ich hier auch toll gefunden hab ist die Möglichkeit, sich eine Vorschau des bestellten Produkts per E-Mail zusenden zu lassen. Da bekommt man dann einen Link zum (in meinem Fall) Fotobuch und kann sich das online ansehen bzw. an Freunde weiterschicken.

Die Ausarbeitung bzw. Lieferung ging bei mir wirklich sehr sehr schnell. Innerhalb von wenigen Tagen war das hier beim mir - in Österreich! Wirklich top!!

Jetzt aber zum Besten an der ganzen Geschichte: die Qualität des gelieferten Fotobuchs hat mich total überzeugt. Tolle Farben, gut gebunden, alles perfekt. So stell ich mir ein Fotobuch vor! Mittlerweile hab ich doch schon ein paar Fotobücher bestellt und es war noch kein negativer Ausreißer dabei. Immer die

Die perfekte Reise-Kamera – Teil 4: Nach der Reise

sony-nex5n

Jetzt hab ich schon so lang und breit über die Auswahl meiner perfekten Reisekamera geschrieben (1, 2, 3), jetzt sollte ich wohl auch etwas genauer berichten wie sich meine Sony NEX-5N geschlagen hat! Das mache ich hiermit in diesem Posting! Die erste Station unserer Reise war ja Bangkok. Da sich dort sehr viel in der Nacht abspielt, konnte ich gleich mal die "Nachttauglichkeit" der Kamera prüfen. Stativ hatte ich natürlich keines dabei also wechselte ich auf den "Handgehalten bei Dämmerung"-Modus. Echt spitze dieser Modus! Kurz gesagt werden mehrere Aufnahmen gemacht und möglichst wackelfreie und rauscharme Fotos zu bekommen. Und das funktionierte bei mir auch sehr gut muss ich sagen. Die ersten Beispielbilder habe ich bereits hier gepostet.

Die üblichen Touristenfotos meistert die NEX natürlich auch spitzenmäßig. Meine Befürchtungen, dass das Standard-Objektiv (18-55mm) nicht zu gebrauchen sei, waren komplett unbegründet. Und auch an die Größe des Objektivs gewöhnt man sich sehr schnell. Den einzigen Minuspunkt den ich wirklich ausmachen konnte war die Fokussierungsgeschwindigkeit. Auf schnelle Situationswechsel oder bei Fotos die ganz schnell passieren mussten war die Kamera bzw. das Objektiv nicht gut zu sprechen. Bei diesen Versuchen hab ich einige unscharfe Fotos produziert. Positiv war für mich hingegen die Hilfe beim manuellen Fokussieren. Sobald man das einschaltet und man am Fokusring dreht, bekommt man eine vergrößerte Darstellung des anvisierten Bereichs. Scharfstellen wird somit zum Kinderspiel.

Absolut top sind die Sweep-Panoramen die mit der Kamera aufgenommen werden können. Ich habe jetzt darüber schon öfter geschrieben und will das Thema hier nicht wieder komplett ausreizen. Es ist ganz einfach eine tolle Funktion die ich nicht mehr missen möchte! Außer der Panorama-Funktion habe ich eigentlich nur mehr den HDR-Effekt regelmäßig benutzt. Dabei wird aus 3 Aufnahmen in der Kamera ein HDR-Bild erzeugt. Einzige Einstellungsmöglichkeit ist "Niedrig, Mittel bzw. Hoch" was die Stärke des Effekts betrifft (je höher desto surrealer wird das Bild). Ich habe fast ausschließlich mit "Niedrig" gearbeitet, was für meinen Geschmack noch immer leicht hoch genug war. Meinen normalen Arbeitsweg für die Erstellung von HDR-Fotos, also zuerst die Einzelaufnahmen mit unterschiedlicher Belichtung, HDR-Erstellung und anschließendes Tonemappig habe ich gleich nach Beginn der Reise aufgegeben. Da die Kamera nur 0,7 EV-Schritte zulässt (warum eigentlich???) war dieser Workflow leider zum Scheitern verurteilt. Die Belichtungsunterschiede waren mir einfach zu gering, da kann ich gleich auf ein einzelnes Raw-File auch zurückgreifen...

Etwas nervig war es, zwischen den einzelnen Einstellungen herumzuwechseln. Hauptsächlich fotografierte ich im Zeitautomatik-Modus (A, AV) im Raw-Format. Wollte ich aber z.B. mit besagtem HDR-Effekt eine Aufnahme machen, musste ich zuerst das Ausgabeformat auf JPG ändern und dann den HDR-Effekt aktivieren. Das dauert schon mal ein paar Sekunden und könnte meiner Meinung nach relativ einfach verbessert werden.

Der Akku der Kamera hält ebenfalls was er verspricht. 200 bis 300 Fotos waren kein Problem, oft sogar ein paar mehr. Was ich leider versäumt habe war eine Schutzfolie für das Display vorab zu kaufen. So habe ich die ersten Kratzer bereits drinnen und werd sie wohl auch nicht mehr loswerden.

Zum Schluss noch das wahrscheinlich Wichtigste: die Bildqualität. Hier gibt's wirklich das größte Plus für die NEX! Die Bildqualität ist nämlich tatsächlich außerordenlich gut! Ich habe nach unserer Rückkehr standardmäßig die Bilder in Lightroom importiert und habe mich ans Aussortieren gemacht. Dabei ist mir mit der Zeit aufgefallen, dass die Bilder auf der Kamera viel viel schöner gewirkt haben. Das kann nur einen Grund haben dachte ich mir - es muss der Unterschied zwischen Raw- und JPG-Variante sein. Und so war es auch. Da ich in Lightroom standardmäßig nur die Raw-Dateien importiert habe, habe ich auch nur diese gesehen und bearbeitet. Die JPG-Varianten wurden hingegen garnicht berücksichtigt. Das war schade! Denn wie sich herausstellte war die von der Kamera produzierte JPG-Version in vielen Fällen bereits sehr sehr gut. Also hab ich die Import-Einstellung in Lightroom geändert und die JPGs mit-importiert. So hab ich mir einiges an Entwicklungsarbeit und Zeit erspart. Also Fazit: Die JPG-Qualität der NEX-5N ist wirklich sehr sehr gut. So gut, dass man sich das Bearbeiten der Raw-Dateien in vielen Fälles ersparen kann!

Mein generelles Testurteil zur Kamera fällt also durchwegs gut bis sehr gut aus. Auf einer 10-teiligen Bewertungsskala würde das von mir 9 Punkte geben. Der 1 Punkt Abzug wäre allerdings mit einem guten Firmware-Update durchwegs auszubessern denke ich.

Samyang 14mm - die Zweite

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Der nächste "Ausgang" mit dem neuen Samyang-Objektiv stand am Programm. Diesmal dauerte der Rundgang schon etwas länger und ich hab mich mit dem Objektiv auch intensiver beschäftigen können. Die ersten Eindrücke wurden großteils bestätigt, hier die wichtigsten Facts zusammengefasst:

  • Handhabung des Objektives ist gut. Es klappert nichts, es ist alles stabil und greift sich gut an.
  • Manuelles Fokussieren ist teilweise schwierig, da man bei den 14mm nicht wirklich sieht, was jetzt scharf ist oder nicht - ausser man ist sehr nah am Objekt dran. Ich hab daher meisst ein, zwei Probeaufnahmen gemacht und mir das Ergebnis am Display angeschaut. Einfacher wirds natürlich je weiter man abblendet. Die Entfernungsskala am Objektiv selbst ist leider auch keine große Hilfe, denn 0,5m auf dieser Skala eingestellt sind im wirklichen Leben viel viel mehr!
  • Die Zeitautomatik Av (einstellen der gewünschte Blende und die Kamera wählt automatisch die passende Verschlusszeit) funktioniert nicht immer. Teilweise werden die Fotos viel zu dunkel. Ich konnte bis jetzt allerdings noch kein Muster herausfinden warum/wann die Fotos so werden...
  • 14mm am Crop-Sensor sind mir ehrlich gesagt vollkommen genug. Wenn ich mir das jetzt auf einer Vollformat-Kamera vorstelle, würde mir das glaube ich viel zu viel sein was ich da auf ein Bild bekomme.
  • Die Vignettierung die ich bei meinen vorangegangenen Weitwinkel-Objektiven teilweise hatte ist mir bis jetzt nicht bzw. nur minimal untergekommen.

Wie gesagt, im Prinzip haben sich meine ersten Eindrücke nur noch weiter bestätigt. Am interessantesten ist für mich der Punkt mit der Fokussierung. Das ist der einzige Punkt der für mich wirklich Probleme macht. Mittlerweile weiß ich allerdings schon ca. wieviel ich zur Anzeige am Objektiv dazurechnen muss bzw. wird es ja wesentlich einfacher wenn man weiter abbledet.

HDR-Software Review - Teil 6: Picturenaut

Nach kurzer schöpferischer Pause gehts heute weiter im großen HDR-Software Review! An der Reihe ist dieses Mal Picturenaut - ein vielversprechendes Programm, das zumindest in einzelnen Bereichen überraschen wird!

1.) Allgemeines

Picturenaut LogoHersteller: Marc Mehl Programmversion: 3.0 Betriebssystem(e): Windows Link: http://www.picturenaut.de

Picturenaut wird unter der oben genannten Adresse zum Download angeboten und kann nach dem entpacken schon ausgeführt werden, ohne jede Installation. Am Beginn möchte ich gleich wieder ein paar Screenshots von der Anwendung präsentieren – einfach um jenen die’s noch nicht kennen, das Programm etwas näher zu bringen.

2.) Performance

Picturnaut kommt in einer Stand-Alone Version. Die Bilder der Belichtungsreihe kann man nach dem Starten des Programms sehr einfach auswählen und nach dem Festlegen der Optionen wird auch schon das HDR-Bild generiert. Wie man sehen kann, arbeitet Picturenaut dabei sehr rasch!

Aktion Testbild1 Testbild2 Testbild3 Durchschnitt
Laden bis zum Tonemapping (mit Ausrichten) 24 sek 4,3 sek 8,6 sek 12,3 sek
Speichern des Ergebnisses 2 sek 2 sek 2 sek 2 sek
Summe 26 sek 6,3 sek 10,6 sek 14,3 sek

Ein weiteres Kriterium war die Aktualisierung der Vorschau. Diese hat sich bei Picturenaut sehr rasch aktualisiert - quasi mit der Aktion selbst.

3.) Zusatzfunktionen

Ghosting Reduzierung

Picturenaut bietet beim Erstellen des HDR-Bildes auch eine automatische Ghosting Reduzierung an. Am Testbild 2 habe ich diese Funktion auch getestet. Dabei hat sich herausgestellt, dass das Ghosting in Ansätzen zwar reduziert wird, komplett wurde es aber nicht entfernt. D.h. man müsste noch selbst händisch im Photoshop eingreifen um ein 100%ig ghosting-freies Bild zu bekommen.

Ausrichtung der Bilder

Da ich einen Großteil meiner HDRs ohne Stativ mache, ist die Ausrichtung der Bilder für mich von durchaus großer Bedeutung. Das Problem bei diesem Kriterium war allerdings die Messbarkeit des Erfolgs. Generell werde ich daher in erster Line bewerten ob eine Funktion zur Ausrichtung vorhanden ist bzw. ob diese automatisch funktioniert oder auch manuell eingegriffen werden kann.

Picturenaut bietet auch hier eine automatische Möglichkeit der Bilderausrichtung an. Ich habe die Funktion wieder anhand der Testbilder ausgewertet und komme zu einem ähnlichen Ergebnis wie bei der Ghosting Reduzierung: In Ansätzen funktioniert die automatische Ausrichtung, im Detail weist sie jedoch unübersehbare Schwächen auf.

Vorlagen/Presets

Es gibt zwar keine vorgefertigten Vorlagen in Picturenaut, man kann jedoch die selbst einmal gefundenen Einstellungen speichern und später wieder aufrufen. Damit erspart man sich sicher auf Dauer einiges an Herumprobiererei!

4.) Benutzeroberfläche

Aufruf aus Host-Programm

Ein wichtiges Kriterium ist für mich, ob es eine direkte Schnittstelle zwischen meinen bevorzugten Bildbearbeitungsprogrammen (Host-Programmen) und dem HDR-Programm gibt. In erster Linie spreche ich hier natürlich von Lightroom. Ist man erst einmal auf den Genuss einer automatischen Exportfunktionalität gekommen, möchte man ihn auch nicht mehr missen - ich spare damit einfach Zeit und Ärger.

Wie schon erwähnt, handelt es sich bei Picturenaut um ein Stand-Alone Programm. Ein Aufruf aus Lightroom oder einem anderen Programm ist nicht möglich.

Übersichtlichkeit/Intuitivität

Picutrenaut kann hier von Anfang an überzeugen - die Programmoberfläche ist aufgeräumt und sehr intuitiv zu bedienen. Ein eventuellens Einlesen in eine Dokumentation oder Hilfe war somit komplett überflüssig. Einfach die Bilder auswählen, HDR-Bild erstellen und anschließend das Tonemapping. Alles einfach zu finden und zu bedienen.

Einstellmöglichkeiten

Auf der einen Seite bietet Picturenaut 4 verschiedenen Tonemapping-Varianten, die jedoch jede für sich nur durch relativ wenige Parameter beeinflussbar sind. Das heisst man hat zwar einiges an Auswahl, wenn man aber ins Detail gehen möchte, so stößt man bald an die Grenzen von Picturenaut.

5.) Hilfe, Tutorials, etc.

Hilfe an sich biete Picturenaut wenig. Es gibt zwar FAQs, diese decken allerdings wirklich nur die wichtigsten Punkte ab. Zusätzlich dazu gibt es allerding noch ein Forum, das relativ gut besucht und aktuell ist.

6.) Preis

Freeware!!!

7.) Zusammenfassung

Hier werde ich alle bis jetzt gehörten Punkte nochmals zusammenfassen und schließlich mit Punkten bewerten. Warum wieviele Punkte gegeben wurden, sollte aus den bereits Gelesenem hervorgehen. Falls ich bei der Bewertung bzw. generell etwas übersehen oder nicht berücksichtigt habe, bin ich für jede konstruktive Kritik dankbar!

Pluspunkte + Performance + Benutzeroberfläche/Intuitivität + Freeware!!!

Minuspunkte - Fehlender Aufruf aus Host-Programm - Zusatzfunktionen zwar in Ansätzen vorhanden, jedoch nicht ausgereift

Testbilder

Zum Abschluss zeige ich noch die Ergebnisse der drei verwendeten Testbilder. Es handelt sich bei allen drei Bildern um das direkte Ergebnis aus Picturenaut - also ohne jede weitere Bearbeitung.

Bewertung

(pro Punkt max. 10 Punkte, insgesamt max. 90 Punkte)

Performance 10 Punkte
Zusatzfunktionen
Ghosting 5 Punkte
Ausrichtung 4 Punkte
Presets 3 Punkte
Benutzeroberfläche
Aufruf aus Host-Programm 0 Punkte
Übersichtlichkeit/Intuivität 10 Punkte
Einstellmöglichkeiten 6 Punkte
Hilfen, Tutorials etc. 6 Punkte
Preis 10 Punkte
Ergebnis 63 Punkte

Picturenaut erreicht somit 63 von 90 Punkten in meiner Bewertung und liegt damit hinter Phtotomatix Pro 4 (71 Punkte) und HDR Efex Pro (64 Punkte).

Die nächste Bewertung gibt's von Qtpfsgui!

HDR-Software Review - Teil 5: FDRTools

Nachdem der letzte Beitrag dieser Serie leider etwas kurz ausgefallen ist, gibt's heute wieder die volle Ladung!  :-) Am Start steht heute FDRTools - ein mir komplett neues HDR-Programm mit dem ich bis jetzt so gut wie gar nicht in Berührung gekommen bin. Ich hab mich auch schon richtig darauf gefreut mal was komplett neues auszuprobieren und meine Erkenntnisse festzuhalten. Also, in dem Sinne - los gehts!

1.) Allgemeines

Hersteller: AGS Technik, Andreas SchömannFDRTools Programmversion: FDRTools Advanced 2.3.2 Betriebssystem(e): Windows, Mac Link: http://www.fdrtools.com/

Ich habe mir für meine Tests die Advanced-Version von FDRTools heruntergeladen. Wie ich der Dokumentation entnehmen konnte, besteht der Unterschied zur frei erhältlichen Basic-Version darin, das mehr HDR- und Tonemapping-Module enthalten sind. Details findet ihr in der Produktübersicht.

Am Beginn möchte ich gleich wieder ein paar Screenshots von der Anwendung präsentieren - einfach um jenen die's noch nicht kennen, das Programm etwas näher zu bringen. Zum besseren Verständnis ist vielleicht noch dazu zu sagen, dass FDRTools aus mehreren kleineren Fenstern besteht - was man am ersten Screenshot auch sehen kann.

FDRTools Screenshot

FDRTools Screenshot

FDRTools Screenshot

FDRTools Screenshot

2.) Performance

Die Performancemessungen von FDRTools habe ich zwei Schritten durchführen müssen: Erstens werden die Bilder der Belichtungsreihe in den Editor geladen (Messung 1) und zweitens habe ich dann die automatische Ausrichtung der Bilder durchgeführt (Messung 2). Die Summe dieser beiden Messungen ergab dann die hier eingetragenen Werte:

Aktion Testbild1 Testbild2 Testbild3 Durchschnitt
Laden bis zum Tonemapping (mit Ausrichten) 54,2 sek 18,1 sek 15,5 sek 29,3 sek
Speichern des Ergebnisses 124,4 sek 31,1 sek 73,5 sek 76,3 sek
Summe 178,6 sek 49,2 sek 89 sek 105,6 sek

3.) Zusatzfunktionen

Ghosting Reduzierung

Eine Ghosting Reduzierung wie es sie bei den bisher getesteten Programmen gab, kann FDRTools nicht bieten. Es gibt aber bei einer Methode der HDR-Erstellung (Separation) die Möglichkeit, über die HDR-Erstellung das Ghosting zu unterdrücken. Es gibt hierzu auch eine sehr schöne und genaue Anleitung in der Hilfe von FDRTools: Ghosting Reduzierung mit HDR-Methode Separation.

Ich habe diese Art der Ghosting Reduzierung anhand des Testbild 2 natürlich getestet. Das Ergebnis war zwar nicht berauschend, aber durchaus OK. D.h. es ist tatsächlich möglich, das Ghosting zu reduzieren bzw. ganz verschwinden zu lassen - wenn auch die Art wie man es machen muss etwas kompliziert bzw. umständlich ist.

Ausrichtung der Bilder

Da ich einen Großteil meiner HDRs ohne Stativ mache, ist die Ausrichtung der Bilder für mich von durchaus großer Bedeutung. Das Problem bei diesem Kriterium war allerdings die Messbarkeit des Erfolgs. Generell werde ich daher in erster Line bewerten ob eine Funktion zur Ausrichtung vorhanden ist bzw. ob diese automatisch funktioniert oder auch manuell eingegriffen werden kann.

Hier bietet FDRTools die volle Funktionsbreite an: einen automatischen Abgleich und - sollte der automatische nicht zufriedenstellen - eine manuelle Nachjustierung. Mit Hilfe der Vorschau- bzw. Lupenfunktion kann man die Ergebnisse auch gleich kontrollieren und gegebenenfalls noch weiter anpassen. So habe ich z.B. beim Testbild 1 gesehen, dass die automatische Ausrichtung zwar schon recht gut war, mit einer manuellen Anpassung um 2 Pixel war es dann aber ganz genau.

FDRTools - Ausrichtung der Quellbilder

FDRTools - Ausrichtung der Quellbilder

Vorlagen/Presets

Presets für das Tonemapping bietet FDRTools leider nicht an (der Button "Vorgaben" setzt die Einstellungen lediglich auf die Ausgangswerte zurück).

4.) Benutzeroberfläche

Aufruf aus Host-Programm

Ein wichtiges Kriterium ist für mich, ob es eine direkte Schnittstelle zwischen meinen bevorzugten Bildbearbeitungsprogrammen (Host-Programmen) und dem HDR-Programm gibt. In erster Linie spreche ich hier natürlich von Lightroom. Ist man erst einmal auf den Genuss einer automatischen Exportfunktionalität gekommen, möchte man ihn auch nicht mehr missen - ich spare damit einfach Zeit und Ärger.

Auch hier habe ich keine Möglichkeit gefunden, FDRTools in Lightroom zu integrieren. Es scheint ein Standalone-Programm zu sein, das dementsprechend auch gehandhabt werden muss.

Übersichtlichkeit/Intuitivität

Die erste Umstellung zu den bisher getesteten Programmen war die Aufteilung in mehrere kleine Fenster. Vor allem wenn man bereits andere Programme geöffnet hat, ist das leicht verwirrend, da diese dann im Hintergrund durchscheinen. Hat man dieses "Hindernis" erst mal überwunden, geht es an das Anlegen von Projekten. Die Bezeichnung "Projekt" sollte man hier nicht allzu hoch bewerten, im Prinzip handelt es sich um eine Belichtungsreihe die man bearbeiten möchte. Mit einem weiteren Klick auf den Button "Bearbeite" werden dann die zuvor gewählten Bilder tatsächlich geladen und auch gleich ein HDR-Bild erzeugt. Jetzt stehen mehrere Möglichkeiten zur Auswahl:

  • Ausrichtung der Bilder
  • Ändern der HDR-Methode
  • Tonemapping

Da ich die Ausrichtung der Bilder betreits beschrieben habe, überspringe ich diesen Punkt. Wie schon kurz erwähnt, stehen in der Advanced-Version gleich mehrere Methoden zur HDR-Erzeugung zur Verfügung: Average, Separation, Creative und xDof. Wie sich diese Methoden unterscheiden, ist in der Hilfe von FDRTool beschrieben:

In der Basic- und Advanced-Variante der FDRTools ist die Methode Average enthalten. Diese erlaubt bei normalen Aufnahmereihen eine gute Entrauschung des entstehenden HDRIs und führt zu qualitativ guten Endergebnissen.

Die Methode Separation (nur Advanced-Version) erlaubt eine sehr gute Entrauschung des HDRIs und führt zu qualitativ optimalen Endergebnissen. Eine Besonderheit dieser Methode ist auch die Möglichkeit sog. Geisterbilder oder Bewegungsunschärfen zu unterdrücken.

Während Average und Separation spezialisiert sind auf die Vereinigung von Belichtungsreihen statisch beleuchteter Szenen, erlaubt die Methode Creative (nur Advanced-Version) das nahtlose Mischen beliebigen Bildmaterials, insbesondere Bilder mit wechselnder Beleuchtung bzgl. Position, Intensität und Spektrum der Lichtquellen. Das Ergebnis des Mischvorgangs lässt sich sehr flexibel steuern. Nähere Informationen zu Creative finden Sie im Kapitel Erstellen von HDR-Bildern.

xDOF (nur Advanced-Version) erlaubt es eine Reihe von unterschiedlich fokussierten Bildern zu einem HDR-Bild mit erweiterter Tiefenschärfe zu vereinigen. xDOF ist eine experimentelle Methode und befindet sich noch in aktiver Entwicklung.

Beim Tonemapping kann man dann ebenfalls zwischen mehreren Verfahren umschalten: Simplex, Receptor oder Compressor. Details zur Arbeitsweise der Funktionen können Sie wieder der FDRTools Hilfe entnehmen. Ich habe alle drei Varianten kurz angetestet. Mit etwas Fingerspitzengefühl bzw. genügend Zeit kann man mit diesen drei Verfahren sehr schöne Bilder erzeugen. Einen Nachteil sehe ich  hier allerdings in der Bedienbarkeit dieser Verfahren.

Zur Intuitivität möchte ich nur anmerken, dass ich vorab die Hilfe von FDRTools durchblättern musste um mich in der Anwendung zurecht zu finden. Da diese aber sehr gut aufgebaut ist, hat sich der zeitliche Aufwand für die Einarbeitung noch in Grenzen gehalten.

Einstellmöglichkeiten

Hier muss man bei FDRTools zwei Bereiche unterscheiden. Erstens die HDR-Erstellung und zweitens das Tonemapping.

Bei den bisher getesteten Programmen gab es keine Auswahl der HDR-Erstellungs Methode. FDRTools bietet das sehrwohl. Bis auf die Ghosting Reduzierung bei der Seperation-Methode konnte ich persönlich allerdings nicht unbedingt nachvollziehen, warum ich diese Auswahl brauche. Vielleicht muss man sich aber auch einfach noch intensiver mit dieser Thematik beschäftigen um wirklich Vorteile daraus ziehen zu können. Ich sehe diese Möglichkeit daher als Pluspunkt von FDRTools.

Beim Tonemapping bietet FDRTools ebenfalls mehrere Verfahren an. Hier vermisse ich allerdings die Bedienungsfreundlichkeit von anderen Tools bzw. sind generell wenig Einstellungsmöglichkeiten vorhanden.

5.) Hilfe, Tutorials, etc.

Aufmerksame Leser haben es sicher schon bemerkt, ich habe bereits des öfteren auf die offizielle Hilfe von FDRTools hingewiesen bzw. auch verlinkt. Für mich als absoluten FDRTools-Neuling war das auch die erste Anlaufstelle bei Unklarheiten und sie bietet auch detailierte Information zu den zur Verfügung gestellten Funktionen. Viel mehr kann man von einer Hilfe meiner Meinung nach nicht erwarten.

6.) Preis

FDRTools gibt es in zwei Varianten:

  • Basic-Version --> FREE
  • Advanced-Verion --> EUR 39

Man hat also die Möglichkeit die Basic-Version frei zu verwenden. Sollte das jemanden nicht reichen, ist die Advanced-Version um EUR 39.- durchaus noch erschwinglich. Details gibts auf der Product & Prices Seite.

7.) Zusammenfassung

Hier werde ich alle bis jetzt gehörten Punkte nochmals zusammenfassen und schließlich mit Punkten bewerten. Warum wieviele Punkte gegeben wurden, sollte aus dem bereits Gelesenem hervorgehen. Falls ich bei der Bewertung bzw. generell etwas übersehen oder nicht berücksichtigt habe, bin ich für jede konstruktive Kritik dankbar!

Pluspunkte + Mehrere Verfahren zur HDR-Erstellung + Manuelle Ausrichtung der Quellbilder möglich + Freie Basic-Version

Minuspunkte - Performance könnte besser sein - Ghosting Reduzierung nur über Umwege möglich - Gewöhnungsbedürftige Programmoberfläche - Vorlagen/Presets nicht vorhanden

Testbilder

Zum Abschluss zeige ich, wie gehabt, die Ergebnisse der drei verwendeten Testbilder. Es handelt sich bei allen drei Bildern um das direkte Ergebnis aus FDRTools - also ohne jede weitere Bearbeitung. (Anmerkung: Die Gitternetzlinien sind auf die nicht freigeschaltene Advanced-Version zurückzuführen)

Testbild 1

Testbild 2

Testbild 3

Bewertung

(pro Punkt max. 10 Punkte, insgesamt max. 90 Punkte)

Performance 3 Punkte
Zusatzfunktionen
Ghosting 3 Punkte
Ausrichtung 9 Punkte
Presets 1 Punkt
Benutzeroberfläche
Aufruf aus Host-Programm 0 Punkte
Übersichtlichkeit/Intuivität 5 Punkte
Einstellmöglichkeiten 6 Punkte
Hilfen, Tutorials etc. 9 Punkte
Preis 8 Punkte
Ergebnis 44 Punkte

FDRTools erreicht somit 44 von 90 Punkten in meiner Bewertung und liegt somit hinter Phtotomatix Pro 4 das mit 71 Punkten die Spitzenposition weiter für sich beansprucht.

Die nächste Bewertung gibt's von Picturenaut!

FDRTools Advanced